Für eine Wandertour in Namibia sind die Monate zwischen April und Oktober, unsere kühleren Monate, am Besten geeignet. Namibia ist ein grosses Land: wir reisen in verschiedene interessante Gebiete, um an den spektakulärsten Orten wandern zu können. Los gehts meist schon am frühen Morgen. Eine Wanderung dauert jeweils 3-5 Stunden, wobei wir um die Mittagszeit ins Basislager zurückkehren. Je nach Jahreszeit und Gebiet unternehmen wir manchmal auch Abendwanderungen. Das unten aufgeführte Beispiel soll Ihnen zeigen, welche Art von Wandertouren wir anbieten.


1. Tag: Gästefarm Ababib. Ankunft in Windhoek, anschliessend Weiterfahrt zu den Namib-Naukluft-Bergen. Dort befinden sich verschiedene Schluchten mit Wasserläufen, die zu einer Hochebene führen. Ein wunderbarer Ort für Wanderungen! Die erste Nacht verbringen wir in einer wunderschönen Gästefarm in der Umgebung. Wir tanken Kräfte für die bevorstehenden Wander- und Campingtage.

2. Tag: Naukluft Campsite. Unsere erste Wanderung. Fahrt zum Naukluft-Campingplatz. Dies ist der Ausgangspunkt des Waterkloof Trail, ein Wanderweg, der uns in eine der spektakulärsten Schluchten der Naukluft-Berge führt. Wild-Sycamore-Feigenbäume säumen den Weg. Vielleicht sehen wir auch den Köcherbaum (Aloe Dichotoma) in voller Blüte. Seine schönen gelben Blüten locken die Vögel von weit her an. Der Kudu, das Bergzebra und die Chacma-Paviane leisten uns während der Wanderung Gesellschaft. Wir haben auch Gelegenheit die zahlreichen Vogelarten zu beobachten, die in diesem wasserreichen Paradies beheimatet sind.
(4-5 Stunden)

3. Tag: Sesriem Canyon Campsite. Fahrt zu den grossen roten Sanddünen des berühmten Sossusvlei. Die Vegetation wird spärlicher. Innerhalb einer Stunde befinden wir uns im Herzen der Namib-Wüste. Vor uns liegen ihre weiten Ebenen, die von ausgetrockneten gelben Grasbüscheln übersät sind. Der blaue Himmel dient der wunderschönen Landschaft als Kulisse… Unterwegs sehen wir vielleicht Springböcke, Oryx-Antilopen und Strausse, die schnell davonrennen, sobald sie uns bemerken. Wir schlagen unsere Zelte unter schönen alten Kameldornbäumen auf und geniessen die wunderschöne Aussicht, die sich uns in unserem sicheren Lager bietet. Nach dem Mittagessen und einer Siesta begeben wir uns zu Fuss zur Elim-Düne. Sie lässt sich leicht besteigen. Oben angekommen, geniessen wir den Sonnenuntergang und erfrischen uns mit einem Sundowner (Dämmerungsapero) unserer Wahl.
(1-2 Stunden)

4. Tag: Sesriem Campsite. Wir stehen früh auf. Bis zum Parkplatz, der 5 km vom Sossusvlei und Dead Vlei entfernt liegt, sind es rund 60 km. Wir gehen zu Fuss weiter. Während wir laufen, geht die Sonne hinter uns auf. Sie taucht die Landschaft in wunderschöne Farben und erweckt das Leben in diesem einsamen Paradies. Unterwegs treffen wir auf Tok-Tokkie-Käfer, Geckos, Eidechsen, verschiedene Wüstenvögel, darunter auch Raubvögel, und hoffentlich auf eine gehörnte Puffotter, die gerade ihr morgendliches Sonnenbad geniesst. Das Gebiet ist wunderbar für Wanderungen. Wunderschön auch die Aussicht, die man hoch oben von den Dünen geniessen kann, die das Sossusvlei und das Dead Vlei im Halbkreis umschliessen.
(3-4 Stunden)

5. Tag: Bloedkoppie Camping. Unsere Reise führt nach Nordwesten entlang den Dünen zu einem Inselberg aus Granit, der die Strahlen der untergehenden Sonne spiegelt. Dies ist auch der Grund, weshalb er “Bluthügel” genannt wird. In Solitaire, eine willkommene Raststätte, machen wir eine Pause und geniessen Kaffee und den berühmten Apfelkuchen. Das Mittagspicknick nehmen wir bei der Bloedkoppie ein. Zwischen den Granitfelsen sehen wir Felsenadler aufsteigen und hören die Warnschreie der Klippschliefer, die bevorzugte Beute des furchteinflössenden Raubvogels. Das Perlhuhn Horny wird hoffentlich auch dort sein, um uns zu empfangen… Der Rock Sculpture Trail erwartet uns. Die Granitfelsen stammen aus einer Zeit starker vulkanischer Aktivität. Damals drifteten Südamerika und Afrika auseinander. Unsere Wanderung führt uns in ein faszinierendes Gebiet mit Felsformationen und schöner Aussicht in die Weiten der Wüste.
(2-4 Stunden)

6. Tag: Swakopmund Beach Lodge. Wir machen uns auf den Weg nach Swakopmund, ein typisches Städtchen aus der Kolonialzeit. Dabei durchqueren wir die Mondlandschaft des Swakop Rivers. Unterwegs sehen wir die berühmte Welwitschia Mirabilis und andere interessante Sukkulenten, die in der Wüste beheimatet sind. Im Laufe der Zeit hat der Swakop River aus dem uralten Damara-Gestein und aus den Granitfelsen eine unfruchtbare Mondlandschaft herausgeformt. Ein erstaunlich schöner Ort. Unser Spaziergang ist angenehm frisch wegen der kühlen Winde, die vom Atlantik her wehen. Als wir in Swakopmund eintreffen, bleibt noch Zeit für letzte Einkäufe. Danach machen wir es uns in unserem Gästehaus gemütlich. Am Abend geniessen wir die köstlichen Meeresspezialitäten, denen dieser Küstenabschnitt seinen Ruf verdankt.
(1-2 Stunden)

7. Tag: Swakopmund Beach Lodge. Bis nach Walvis Bay sind es 30 km. Dort beziehen wir spezielle Jeeps, mit denen wir nach einer abenteuerlichen Fahrt durch den Strand zum geheimnisvollen Sandwich-Hafen gelangen. Um 1700 war dieser Ort ein geschäftiger natürlicher Walfang-Hafen. Die grossen Sanddünen, die sich dicht an den Atlantischen Ozean schmiegen, haben beinahe jegliches Zeichen von menschlicher Aktivität bedeckt. Der Strand ist wunderschön und ideal für Spaziergänge. In der Lagune, “eingeklemmt” zwischen den imposanten Dünen und dem Atlantik, tummeln sich verschiedene wunderbare Vogelarten. Das frische Wasser, das durch den Boden des alten Flussbetts des Kuiseb sickert, liefert den Tieren das nötige Wasser, um zu überleben. Der Springbock, die Braune Hyäne und der Schabrackenschakal durchstreifen das Gebiet ebenfalls, um nach Nahrung zu suchen.
(4-5 Stunden)

8. Tag: Spitzkoppe Camping. Wir fahren über Cape Cross zur Spitzkoppe. In Cape Cross sind über 100 000 Robben beheimatet. An diesem Ort kam 1482 auch Diego Cao, ein portugiesischer Entdecker, der den Kap umsegeln wollte, als erster Europäer an Land. Es gelang ihm zwar nicht, das Kap zu umsegeln, in Cape Cross errichtete er dennoch eine kreuzgekrönte Wappensäule, einen Padrao aus Stein. An Stelle des Originals steht heute eine Replika. Mittagessen in Henties Bay. Danach verlassen wir die Küste und begeben uns zum Matterhorn von Namibia, die Spitzkoppe, ein majestätischer, 1728 Meter hoher Granitberg. Wir errichten unser Lager und unternehmen anschliessend einen angenehmen Spaziergang durch das Bushmans Paradise, ein verstecktes Tal mit Granitfelsen und einigen Sehenswürdigkeiten. Wir geniessen ein feines Nachtessen am Lagerfeuer und die Aussicht, die sich uns in diesem malerischen Campingplatz bietet.
(1-2 Stunden)

9. Tag: Ugab Wilderness Campsite, Brandberg (White Lady). Frühmorgens wandern wir um die Spitzkoppe. Unterwegs stossen wir auf die verschiedensten Tierspuren, auch auf solche von Leoparden. Wir können auch verschiedene Vogelarten beobachten und sehen interessante Pflanzen und Bäume, die zwischen den Granitfelsen wachsen. Mittagessen bei der “Granit-Brücke”, eine leicht zugängliche Felsformation, die die Fotografen beflügeln wird. Anschliessend fahren wir über Uis, ein beinahe verlassener Minenort, zu unserem nächsten Campingplatz, der sich beim mächtigen Ugab River, im Schatten des imposanten Brandberg-Massivs befindet. Das Bergplateau beherbergt den 2573 Meter hohen Konigstein, der höchste Berg Namibias. Wir schlagen unsere Zelte im Schatten der grossen Kameldornbäumen beim Ugab River auf, ein wahres Vogelparadies.
(3-4 Stunden)

10. Tag: Aba-Huab Campsite, Twyfelfontein. Nachdem wir unser Lager abgebrochen haben, fahren wir zur Tsaisab-Schlucht, wo sich die White Lady befindet sowie ein Teil der über 45 000 verschiedenen Felsmalereien des Brandberg-Massivs. Ein schöner Spaziergang führt die Schlucht hinauf. Massive Felsblöcke aus Granit säumen unseren Weg. Sie sind die stillen Zeugen aus einer Zeit mächtiger vulkanischen Aktivität vor 130 Millionen Jahren. Das Wetter und die Erosion haben die Basaltlavaschichten abgetragen und die darunter liegenden Granitschichten blossgelegt. An diesem Ort sind die endemische Acacia Montis Utsi (Brandberg Akazie) sowie viele verschiedene Pflanzenarten beheimatet. Sollte es geregnet haben, werden wir unterwegs auf schöne Blumen und auf einen Bergbach treffen, an dem wir uns erfrischen können. Nach unserem Besuch im “Louvre” des Brandbergs gehts weiter nach Twyfelfontein. Dort sehen wir uns die Felsgravuren an, die in die Sandsteinblöcke gemeisselt sind. Sie zeugen von einer uralten Wüste, die im Laufe der Zeit zu Stein geworden ist. Bevor wir es uns beim Lagerfeuer gemütlich machen, besuchen wir noch den Verbrannten Berg und die Orgelpfeifen…
(3-4 Stunden)

11. Tag: Palmwag Campsite, Damaraland. Wir besteigen das Plateau, das über den Felsgravuren von Twyfelfontein liegt. Hoch oben, weit weg vom geschäftigen Treiben des Massentourismus, gehört die schöne Gegend ganz uns. Wir geniessen die frische Luft, bewundern die Sandsteinformationen und bestaunen den seltsamen Commiphora-Anacardifolia-Baum, eine der sechs endemischen Commiphora-Arten der Namib-Wüste. Die einzigen Lebenszeichen, auf die wir auf dieser Anhöhe treffen, sind das Pfeifen der Lerche und das Brüllen eines einsamen Chacma-Pavians. Wir sehen jedoch auch viele Antilopen-Spuren. Die Tiere folgen den uralten Pfaden, die zu den Wasserlöchern bei der “zweifelhaften Quelle” – dies ist was “Twyfelfontein” bedeutet - führen. Nach dem Mittagessen, verlassen wir diesen Ort aus alten Karoo-Zeiten und begeben uns ins Etendeka-Lava-Gebiet, der einzige Ort in ganz Namibia, an dem man die Überrreste der mächtigen Lava-Flüsse sehen kann. Unser Camp befindet sich in Palmwag, im Herzen des Damaralandes. In dieser Gegend gibt es immer noch frei lebende Spitzlippen-Nashörner (Black Rhino).
(3-4 Stunden)

12. Tag: Palmwag Campsite. Sonnenaufgang unter den Makalani-Palmen. Auf dem Programm steht eine spezielle Wanderung. Wir folgen den Spuren der Nashörner… Zur Seite steht uns ein erfahrener Führer. Unser Fussmarsch führt uns vorbei an hoch aufragenden Basalthügeln. Wir suchen nach den Spuren des Spitzlippen-Nashorns. Zwar sichten wir zahlreiche Spuren, doch ein Nashorn vor die Augen zu kriegen, ist ein äusserst schwieriges Unterfangen – und dies obwohl die Tiere ja rechts gross sind… Diese Gegend liegt nicht weit entfernt von der Skelettküste. Wegen der Meeresbrise, die vom Atlantik her weht, ist unsere Wanderung angenehm kühl. Wir beobachten viele Oryx-Antilopen und Springböcke. Vielleicht sehen wir auch Löwen- und Hyänenspuren. Wir müssen jedoch keine Angst haben, da sich die Tiere vor den Menschen sehr fürchten. Zudem sind unsere Guides für jeden möglichen Zwischenfall ausgerüstet…
(3-5 Stunden)

13. Tag: Etosha Pfanne. Okakuejo Camp. Nach zwei Nächten in Palmwag, reisen wir über den Grootberg-Pass in die zentrale Hochlandebene und erreichen die berühmte Etosha-Pfanne. “Etosha” bedeutet “grosser weisser Ort”. Es handelt sich um eine grosse Salzpfanne, die sich alle paar Jahre mit Wasser füllt. Sie ist 4000 km2 gross und erstreckt sich am nördlichen Rand des Etosha-Wildreservats (Gesamtfläche: 24 000 km2). Wir lassen uns in den gemütlichen Bungalows nieder und geniessen den schönen afrikanischen Sonnenuntergang über dem Okakuejo-Wasserloch. Springböcke, Zebras, Giraffen, Kudus, Oryx-Antilopen, Elefanten, Löwen, Nashörner und viele andere Tiere kommen das ganze Jahr hindurch fast jede Nacht ans Wasserloch, um ihren Durst zu stillen. Wir geniessen die atemberaubende Sicht auf diesen Schauplatz. Oft kann man den mächtigen afrikanischen Elefanten aus wenigen Metern Entfernung beobachten. Die Vogelwelt im Camp ist ein Kapitel für sich. Nehmen Sie sich einen fachkundigen Führer, einen Feldstecher und los gehts…

14. Tag: Etosha Pfanne. Namutoni Camp. Um das Wasserloch tummeln sich vermutlich verschiedene Tiere, doch wir fahren nach Namutoni. Aus unserem komfortablen Fahrzeug werden wir den ganzen Tag gemächlich Tiere beobachten. Bis nach Namutoni sind es rund 140 km, weshalb wir uns Zeit nehmen können und unterwegs bei vielen Wasserlöchern und Aussichtspunkten anhalten. Mittagessen im Halali Camp. Wenn uns das Glück zur Seite steht, treffen wir am Moringa-Wasserloch auf eine Elefantenherde. Eigentlich wollten wir ja gar nicht so viele Tiere sehen, oder etwa doch…? Namutoni ist eine alte kolonialische Festung, die von den Deutschen vor über 100 Jahren gebaut wurde. Sie diente ihnen als Polizeiwache, um die Bewohner des Ovambolands im Zaum zu halten. Die Festung bildet nun das Herzen eines schönen Camps am östlichen Rand des Etosha-Nationalparks.

15. Tag: Waterberg-Plateaupark. Über Otjiwarongo gelangen wir zur Otjibamba Lodge, wo wir unser Mittagessen einnehmen. Nach einer einstündigen Fahrt erreichen wir den Waterberg, ein weiteres geologisches Wunder in Namibia. Der obere Teil des Plateaus besteht aus dem selben Sandstein, der in Twyfelfontein vorhanden ist – es sind die Überreste einer uralten Wüste, die den Urkontinent Gondwana vor rund 300 Millionen Jahren bedeckte. Das Regenwasser, das durch den Sandstein sickert, kommt seitlich des Plateaus wieder an die Oberfläche und fliesst die Berghänge hinunter. Das Ergebnis ist eine feuchte, waldartige Umgebung. Die Vegetation ist dicht und einzigartig, ein Paradies für die vielen Vögel und grösseren Säugetiere wie die endemische Damara-Dik-Dik-Antilope. Es hat verschiedene interessante Wanderwege. Unsere letzte Wanderung führt uns zum Gipfel des Plateaus, wo wir unseren Blick nach Nordosten, in die weiten Ebenen des Kalahari-Beckens schweifen lassen können. Nachtessen in einem prächtigen alten deutschen Gebäude, das vor über 100 Jahren als Polizeiwache diente. Wir ziehen uns in unsere komfortablen Bungalows zurück, die Koffer müssen noch gepackt werden…
(2-3 Stunden)

16. Tag: Am frühen Morgen Abfahrt zum Internationalen Flughafen von Windhoek, Rückflug.

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